

Am Dienstag begann das Chinesische Neujahrsfest. Ganz China hat eine Woche frei und feiert. Das chinesische Neujahrsfest ist wie deutsche Weihnachten ein Familienfest. Wenn möglich fährt zur Familie und feiert zusammen.
Uns wurde schon einiges davon erzählt was uns zu Neujahr erwartet. Ununterbrochenes Böllern, 24 Stunden am Tag, an Schlaf nicht zu denken. Unbedingt Klimaanlage (= Heizung) ausstellen, sonst sieht man im Wohnzimmer vor Rauch nichts mehr. Auch auf den Straßen wird der Rauch wie Nebel die Sicht einschränken.
Also... ja, es wird geböllert. Aber längst nicht so schlimm wie wir befürchtet haben. Wir konnten gut schlafen, kein Problem. Nur die Böller die direkt vor der Tür gezündet wurden, waren ein Problem. Vielleicht haben wir Glück, weil wir ein bisschen abseits von der Hauptstraße wohnen.

Aber von vorne. Sam, ein chinesischer Freund, hat uns die große Ehre erwiesen und uns zu sich eingeladen. Das hat uns wirklich gefreut. Vor dem Abendessen sind wir spazieren gegangen, zum Longjin Tempel.
Auf dem ersten Bild sieht man im Hintergrund einen Baum voller Wünsche. Man schreibt seinen Wunsch darauf und ein Priester hängt ihn in dem Baum auf. In den Gittern auf dem zweiten Bild werden am Neujahrsmorgen die Massen stehen, um im Tempel die Glocken zu schlagen. Bringt Glück, auch dem Abt. Bimmeln kostet nämlich mehrere tausend Yen.
Auf den nächsten Bildern sieht man das Festmahl. Sams Mutter hat drei Tage lang gekocht. Garnelen, Tausendjährige Eier, Tofu, Suppe, etc. Alles super lecker.

Während des Essens lief im Fernsehen das Sylvesterprogramm. Es erinnerte uns an deutsches 50ger Jahre Fernsehen, mit Sketchen, Gesang, Vorführungen etc. (Dinner for One kam aber nicht). Lustig war die akustische Rückmeldung über die Zuschauerzahlen. Immer wenn das Programm nicht so gut war, haben die Leute draußen geböllert. War es gut, saßen die Leute vor dem Fernseher und man hat weniger Knaller gehört.
Trotz massiver Anstrengungen haben wir es nicht geschafft, den Tisch leer zu essen. Selbst ein Minzplätzchen hätte nicht mehr gepasst.


Zuhause haben wir ein bisschen Feuerwerk geschaut, ein echtes, geplantes, im Himmel, und ein ungeplantes gegenüber auf dem Balkon vom Nachbarn. Das wurde glücklicherweise ziemlich bald gelöscht, bevor es auf die Nachbarbalkone übergreifen konnte.
Am nächsten Morgen gab es dann die Reste zu bewundern. Die Straßen waren sauber, die Reiningungskräfte haben fleißig gearbeitet. Die Straßen waren allerdings z.T. gelb vom Papier und Pulver. Auch die Mülleimer waren gut gefüllt.
Und Nachschub konnte man auch schon wieder kaufen.



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