Sonntag, 5. Juli 2009

Shanghai Hauptpost

Was das Leben in Shanghai so faszinierend macht, ist die Verquickung europäischer und chinesischer Geschichte, heute noch sichtbar durch Architektur. Die Shanghaier Hauptpost ist ein Paradebeispiel. In der Schalterhalle fühlt man sich 100 Jahre zurückversetzt, die Schalter und Briefkästen sehen aus, als ob sie noch aus dem Jahre 1925 stammen. Eigentlich auf typisch europäischer Bau, auf der Dachterasse dann allerdings einen chinesischen Garten.

General Post Office Building, Shanghai

Von der Schalterhalle gelangt in ein nettes Museum, das die Geschichte des Postverkehrs in China darstellt, von den Anfängen (Frontberichte auf Schildkrötenpanzern) bis heute. Für den Briefmarkenfreund gibt es dort eine große Sammlung von Briefmarken.

Das Highlight ist aber definitv der Dachgarten. Das ist auch den Wächtern bewusst, die einen immer wieder freundlich auf den Garten hinweisen: "Rooftop garden, five floor".

General Post Office Building, Shanghai

General Post Office Building, Shanghai

General Post Office Building, Shanghai

Wo diese Tür wohl hinführt?

General Post Office Building, Shanghai

Blumen vor Metal

General Post Office Building, Shanghai

In der Haupthalle:

General Post Office Building, Shanghai

Abstraktes am Ausgang:

General Post Office Building, Shanghai

Sonntag, 21. Juni 2009

Schwimmen in Shanghai

Schwimmen in Shanghai ist nicht so einfach. Zwar gibt es einige große öffentliche Schwimmbäder aber die sind so überfüllt, dass es nicht so recht Spaß macht, dort zu schwimmen.
Dafür gibt es aber in einigen der tausenden von Hotels Schwimmbäder, und einige sind öffentlich. Dafür aber ziemlich teuer. Bei mir um die Ecke (103 Dongzhuanbang Lu, bei Jiangsu Lu) hinter dem Da Marco Restaurant ist ein Bad, 25m Bahn, 60 Renminbi die Stunde.
Gestern wollten ich und Alexander (ist gerade zu Besuch bei uns) ein anderes ausprobieren und zwar Water's Edge im Park Hyatt (im Shanghai World Financial Trade Center), das höchste Schwimmbad der Welt (in einem Gebäude), im 87 Stock. Leider unbezahlbar für eine kleine Schwimmstunde, da man nur für den ganzen Tag Zugang zum gesamten Spa buchen kann, für 380 Renminbi.
http://shanghai.park.hyatt.com/hyatt/pure/spas/index.jsp
Also sind wir weitergegangen, zum Shanghai International Conference Center, neben dem Perl Tower. Dort im Hotel gibt es im 7 Stock ein Schwimmbad mit Blick auf den Bund. Das Shanghai International Conference Center ist die Kugel links unten vom Pearl Tower wenn man vom Bund nach Pudong schaut. Das Schwimmbad ist leider ziemlich klein, kreisrund, 15m. Dafür kostet es nur 80 Renminbi den ganzen Tag. Für die Sicht ok, zum Schwimmen aber nicht so dolle.

Putuoshan, einer der 4 heiligen buddhistischen Berge

Putuoshan ist eine der 4 heiligen buddhistischen Berge Chinas. Auf einer Insel südlich von Shanghai gelegen, ist Putuoshan gut erreichbar. Allerdings sollte man mindestens zwei Übernachtungen einplanen, ansonsten ist es zu anstrengend.
Es gibt mehrere Möglichkeiten hin- und zurückzufahren. Hingefahren sind wir mit dem Bus bis kurz vor der Insel, dann Fähre, wieder Bus und wieder Fähre. Der Bus ist vom Shanghai Südbahnhof abgefahren, vom Reisezentrum dort. Diese Busse sind alle sehr bequem, mit Klimaanlage. Das dauert allerdings ca. 7 Stunden. Zurück sind wir mit dem Schnellboot gefahren. Das dauert (inklusive Busfahrt nach Shanghaizentrum) zwar nur ca. 4-5 Stunden, aber ist nicht zu empfehlen. Während den 2 1/2 Stunden Boot wurde man mit lauter buddhistischer Kitschmönchsmusik bombardiert, die selbst über Deathmetal auf dem MP3 Player nicht zu übertönen war. Echt, da fahre ich lieber 7 Stunden Bus.

Die Insel selber ist sehr schön. Nicht sehr groß, voller Wald und Berge. Und Tempel überall. Unser chinesischer Freund wollte uns wohl alle Tempel zeigen, was nach ein paar Stunden etwas anstrengend wurde...

Küste mit Tempel:
Putuoshan

Die 30m hohe Statue von Guan Yin, der Bodhisattwa des Mitleids.
Putuoshan

Früh übt sich das Posieren:
Putuoshan

Tempelwände:
Putuoshan

Aussicht:
Putuoshan

Eine Buddhastatue am Ufer:
Putuoshan

Tempelwände:
Putuoshan

Pilgerer:
Putuoshan

Mönche:
Putuoshan

Wenn man es schafft, eine Münze in den Behälter zu werfen bringt es Glück.
Putuoshan

Samstag, 30. Mai 2009

Auflug nach Song Jiang

Song Jian ist eine Stadt im Bezirk Shanghai, südwestlich, ca. 30 km entfernt. Song Jian ist älter als Shanghai, aber inzwischen wesentlich unbedeutender.
Dank der neuen Metro Linie 9 ist es bequem von Shanghai aus zu erreichen. Vor ein paar Tagen haben Kerstin und ich einen Ausflug dorthin gemacht.
Die Metrohaltestelle (Endhaltestelle) ist im Universitätsbezirk. Mit dem Taxi kommt man bequem zur Stadtmitte, Reniminlu/Zhongshanlu. Dort in Richtung Westen war früher die Altstadt, heute findet man hinter diesem Tor eine im chinesischem Stil erbaute Einkaufsmeile.


Am Ende der Einkaufsmeile ist der Xilin Tempel, bekannt für seine Pagode. Leider konnten wir nicht hinaufklettern, sie war geschlossen. Direkt gegenüber des Tempels ist ein nettes rustikales Restaurant, mit Büffet. Gut für den großen Entdeckerhunger.
Der Tempel selbst ist sehenswert wegen seiner Atmosphäre, die viel weniger touristisch ist als in den Tempeln Shanghais. Die Mönche saßen in der einen Halle und haben diskutiert, in der anderen sagte ein Schülerin Sutren auf. Diese Dachfigur fanden wir bemerkenswert, so ein süßes Männchen haben wir noch nicht gesehen:
Song Jiang

Die Hauptattraktion unseres Ausfluges war zweifelsohne die Moschee, die sich neben dem östlichen Eingang der Einkaufsmeile befindet. Erbaut 1314 ist sie eines der ältesten islamischen Gebäude Shanghais, vielleicht sogar Chinas, wenn man dem Tafeln glauben darf. Wir waren ein einem Freitag da und mussten kurz warten bis der Gottesdienst vorbei war, dann durften wir sie besuchen. Die Moschee ist ein beeindruckender Mix aus chinesischen und arabischen Stil, sowohl in den Bauten als auch in den Schriften:

Song Jiang

Song Jiang

Im Gebetssaal spielte ein kleines Mädchen.
Song Jiang

Auf dem Gelände ist auch ein Friedhof.
Song Jiang

Lange Zeit zerstört, wurde die Moschee 1983 wieder aufgebaut. Ein deutliches Zeichen wie positiv sich China verändert.

Die Renminlu südlich in Laufweite ist der Zuibaichi, ein klassischer chinesischer Garten, erbaut in Erinnerung an Li Bai, einem Dichter der betrunken den Mond der sich in einem Teich spiegelte umarmen wollte und dabei ertrank. Der klassische Teil des Gartens ist im Osten, zunächst ist er etwas moderner (häßlicher). Wie in allen Gärten findet man dort wunderschöne Durchgänge:

Song Jiang

Bisher noch nicht gesehen haben wir diese Bilder, die aus Schriftzeichen "gemalt" sind (hinter Glas, daher die Spiegelung):
Song Jiang

Picture made from Chinese Characters at Song Jiang

In dem Garten gibt es auch eine Bonsaisammlung und diese Miniaturlandschaft:
Landscape at Zuibaichi in Song Jiang

In einer Ecke fand sich diese Schubkarre:
Song Jiang

Auf dem Weg zurück zum Eingang sind wir am Spielplatz vorbeigekommen. An einer Wand war dieses Bild gemalt:
Garden Zuibaichi in Song Jiang

Schaut es mal genau an. Es ist eine faszinierende Kombination aus Ost und West: Westliche Disneyfiguren in einer Landschaft im typischen chinesischem Stil. Mini erzählt viel über Unterschiede zwischen Ost und West. Die echte Mini ist asexuell, und hat keine Brüste. Hier in China ist das kein Problem. Ist doch eine Frau, dann kann man sie auch auf dem Spielplatz mit Brüsten malen.

Es gibt noch mehr in Song Jiang anzuschauen, aber wir waren nicht mehr aufnahmefähig und haben uns auf den Heimweg gemacht.

Sonntag, 24. Mai 2009

Blog gesperrt - schon wieder

Die chinesische Regierung hat mal wieder beschlossen, dass ihre Bevölkerung zu dumm ist um Blogspot (Googles Blogseiten) lesen zu dürfen. Sie befindet sich damit ja auch in guter Gesellschaft: Die deutsche Regierung hat ja ähnliches vor, ach nein, hier in Deutschland ist es ja für den edlen Zweck Kinderpornographie zu bekämpfen. Auch wenn das Gesetz hinten und vorne keinen Sinn ergibt, wie beim Spiegelfechter gut nachzulesen ist.
Na ja, eigentlich wollte ich ja auch die chinesische Regierung schimpfen und nicht auf die deutsche. Da es also momentan schwierig ist, meine Blog zu aktualisieren, werde ich zum Ausgleich wohl öfter mal Fotos bei Flickr hochladen. Hier findet ihr meinen Fotostream.

Mittwoch, 29. April 2009

Creative Shanghai - Verwunschener Garten

Weit im Norden von Shanghai, am Huangpufluss entlang, lag früher das industrielle Zentrum. Heute werden nur noch wenige der Fabriken, Werften und Lagerhäuser für den ursprünglichen Zweck verwendet, viele stehen leer und sind am verfallen.
Ein Plan Shanghais Regierung diesen Stadtteil wieder aufzubauen, besteht in der Einrichtung ein kreativen Zone in der neue Produkte entwickelt und designet werden.
Der Architekt Deng Kunyan hat eines der Gelände, vorher im Besitz von GE, neu gestaltet und dort einen Park gebaut, der einer der Geheimtipps Shanghais ist. Deng Kunyan hat sich von traditionell chinesischen, insbesondere taoistischen Einflüssen inspirieren lassen. Das Resultat ist eine faszinierende Mischung aus alt und neu, Zerfall und Moderne. Doch genug der Worte, die folgenden Fotos geben einen guten Eindruck von diesem Park.

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

2218 Yangshupu Lu, Shanghai

Wir waren an einem Sonntag dort; das Gelände war fast komplett menschenleer. Fast alle Gebäude waren offen und leer. Entweder wurden noch kaum Firmen und Galerien angesiedelt, oder sie sind schon wieder gegangen. Nur eine Architekturfirma, ein leeres Restaurant und eine geschlossene Bibliothek liessen erahnen, dass unter der Woche vielleicht mehr los sein könnte.

Anfahrt: am besten mit dem Taxi entlang der Yangshupu Straße. Die Fahrt ist wie eine Reise in die Vergangenheit, von der Moderne der Stadtmitte über eine immer schlechter werdende Straße zur Yangshupubrücke. Dann sind es vielleicht noch 2 Minuten mit dem Taxi, zur Nummer 2218.

Samstag, 25. April 2009

Guter Tierarzt in Shanghai

Endlich haben wir einen guten Tierarzt in Shanghai gefunden: Stephanie Goltz vom "St. Anthony Animal Recovery Hospital". Sehr freundlich, kompetent, man fühlt sich dort in guten Händen.
Nicht zufrieden waren wir mit "Paw Shanghai".