Song Jian ist eine Stadt im Bezirk Shanghai, südwestlich, ca. 30 km entfernt. Song Jian ist älter als Shanghai, aber inzwischen wesentlich unbedeutender.
Dank der neuen Metro Linie 9 ist es bequem von Shanghai aus zu erreichen. Vor ein paar Tagen haben Kerstin und ich einen Ausflug dorthin gemacht.
Die Metrohaltestelle (Endhaltestelle) ist im Universitätsbezirk. Mit dem Taxi kommt man bequem zur Stadtmitte, Reniminlu/Zhongshanlu. Dort in Richtung Westen war früher die Altstadt, heute findet man hinter diesem Tor eine im chinesischem Stil erbaute Einkaufsmeile.

Am Ende der Einkaufsmeile ist der Xilin Tempel, bekannt für seine Pagode. Leider konnten wir nicht hinaufklettern, sie war geschlossen. Direkt gegenüber des Tempels ist ein nettes rustikales Restaurant, mit Büffet. Gut für den großen Entdeckerhunger.
Der Tempel selbst ist sehenswert wegen seiner Atmosphäre, die viel weniger touristisch ist als in den Tempeln Shanghais. Die Mönche saßen in der einen Halle und haben diskutiert, in der anderen sagte ein Schülerin Sutren auf. Diese Dachfigur fanden wir bemerkenswert, so ein süßes Männchen haben wir noch nicht gesehen:

Die Hauptattraktion unseres Ausfluges war zweifelsohne die Moschee, die sich neben dem östlichen Eingang der Einkaufsmeile befindet. Erbaut 1314 ist sie eines der ältesten islamischen Gebäude Shanghais, vielleicht sogar Chinas, wenn man dem Tafeln glauben darf. Wir waren ein einem Freitag da und mussten kurz warten bis der Gottesdienst vorbei war, dann durften wir sie besuchen. Die Moschee ist ein beeindruckender Mix aus chinesischen und arabischen Stil, sowohl in den Bauten als auch in den Schriften:


Im Gebetssaal spielte ein kleines Mädchen.

Auf dem Gelände ist auch ein Friedhof.

Lange Zeit zerstört, wurde die Moschee 1983 wieder aufgebaut. Ein deutliches Zeichen wie positiv sich China verändert.
Die Renminlu südlich in Laufweite ist der Zuibaichi, ein klassischer chinesischer Garten, erbaut in Erinnerung an Li Bai, einem Dichter der betrunken den Mond der sich in einem Teich spiegelte umarmen wollte und dabei ertrank. Der klassische Teil des Gartens ist im Osten, zunächst ist er etwas moderner (häßlicher). Wie in allen Gärten findet man dort wunderschöne Durchgänge:

Bisher noch nicht gesehen haben wir diese Bilder, die aus Schriftzeichen "gemalt" sind (hinter Glas, daher die Spiegelung):


In dem Garten gibt es auch eine Bonsaisammlung und diese Miniaturlandschaft:

In einer Ecke fand sich diese Schubkarre:

Auf dem Weg zurück zum Eingang sind wir am Spielplatz vorbeigekommen. An einer Wand war dieses Bild gemalt:

Schaut es mal genau an. Es ist eine faszinierende Kombination aus Ost und West: Westliche Disneyfiguren in einer Landschaft im typischen chinesischem Stil. Mini erzählt viel über Unterschiede zwischen Ost und West. Die echte Mini ist asexuell, und hat keine Brüste. Hier in China ist das kein Problem. Ist doch eine Frau, dann kann man sie auch auf dem Spielplatz mit Brüsten malen.
Es gibt noch mehr in Song Jiang anzuschauen, aber wir waren nicht mehr aufnahmefähig und haben uns auf den Heimweg gemacht.